Die Kosmetik- und Körperpflege bietet eine äußerst vielfältige Produktpalette. Sie umfasst Deodorants, Haarsprays, Zahncreme, Make-up (Lippenstift, Mascara, Lidschatten usw.), Nagellack, Nagelfeilen, Feuchtigkeitscremes (Körperlotions, Handcremes) und Peeling-Produkte - um nur einige zu nennen. In allen diesen Produkten sind die Partikelgröße und die rheologischen Eigenschften wichtige Indikatoren der Wirksamkeit des Endprodukts. Auch die Haltbarkeit, die von der Partikelladung (d.h. dem Zetapotenzial) und den rheologischen Eigenschaften, abhängt, kann von Interesse sein.
Sprays
Deodorant- und Haarsprays sind klassische Beispiele für Produkte, bei denen die Wirksamkeit von der Partikelgröße bestimmt wird. Ist die Partikelgröße eines Deodorants zu klein, kann es die Hautporen nicht zusetzen und deshalb nicht gegen Schweißbildung wirken. Der Halt, den ein Haarspray bietet (weich oder fest) hängt direkt von der Gelpartikelgröße ab, die von der Spraydose erzeugt wird. Besonders wichtig ist es, dass keine Partikel vorhanden sind, die so klein sind, dass sie vom Anwender eingeatmet werden könnten.
Zahncreme
Zahncreme besteht im Allgemeinen aus einem Schleifmittel und einem Weißmacher. Normalerweise handelt es sich dabei um Mineralien wie Calciumcarbonat und Titandioxid. Von deren Partikelgrößenverteilung wird die Farbe der Zahncreme, ihr Gefühl im Mund und ihre Wirksamkeit bei der Entfernung von Plaquebelägen bestimmt. Die Messung der rheologischen Eigenschaften trägt dazu bei, das Mundgefühl zu definieren und zu bestimmen, wie sicher die Zahncreme nach dem Ausdrücken auf der Bürste bleibt oder in die Borsten fließt , aber auch, wie gut sie sich beim Bürsten im Mund verteilen wird.
Lippenstift
Die Farbdichte des Lippenstifts wird von der Art der verwendeten Pigmentpartikel und von deren Größenverteilung beeinflusst. Der gewünschte Grad an Glanz oder Schimmer wird durch Variieren der Partikelgrößenverteilung erzielt - ein intensiverer Schimmer wird durch eine breitere Partikelgrößenverteilung erreicht. Das Ausbluten oder Ausfedern der Farbe wird vom Feinstoffanteil im Produkt beeinflusst, der sich auch auf die Dauer und Stärke des Anhaftens auswirkt. Von den rheologischen Eigenschaften ist die Deckkraft abhängig und auch das Fließen des Lippenstiftes unter Duck (bei unterschiedlichen starkem Druck) auf die Lippen.
Mascara
In einigen Mascaras sind Fasern (Seidenfädchen) vorhanden. Sie verleihen den Wimpern Fülle und zusätzliche Länge. Andere Inhaltsstoffe fixieren die gebogene Wimper ohne abzublättern. Eine genaue Kontrolle der Partikelgröße des Substrats hilft bei der Formulierung, diese Ziele zu erreichen. Bei einer gröberen Partikelgrößenverteilung der Inhaltsstoffe ist es wahrscheinlicher, dass es zum Abblättern kommt. Durch die Steuerung der Rheologie ist es möglich, die Qualität so zu optimieren, dass bei der Anwendung die optimale Menge und auch die optimale Dicke aufgetragen werden kann.
Lidschatten
Bei der Formulierung eines Lidschattens muss ein Produkt erzeugt werden, das dauerhaft ist. In einige Fällen kann die Partikelgröße den Grad des Schimmereffekts beeinflussen. Allgemein lässt sich ein guter Lidschatten als ein Produkt definieren, das eine feine Partikelgrößenverteilung aufweist. Das heißt, es lässt sich besser in die Haut verreiben, ist haltbarer und setzt sich nicht in der Lidfalte ab.
Die rheologischen Eigenschaften sind für das Auftragen der optimalen Menge und Dicke verantwortlich.
Grundierung, Abdeckcreme und Rouge
Die Partikelgröße einer Grundierung darf nicht so klein sein, dass die Poren verstopfen, und nicht so groß, dass feine Hautfältchen im Gesicht betont werden. Die Partikelgrößenanalyse und die Rheologie ist besonders wichtig bei der Analyse von feinvermahlenem Silika (einem der Hauptbestandteile weicher Gels und Cremes). Je kleiner die Partikel sind, desto größer ist die Oberfläche und desto weniger Material ist für die gewünschte Viskosität erforderlich. Sind die Partikel eines Rouges zu groß und die rheologischen Eigenschaften sind nicht optimal eingestellt, lässt es sich nicht gut verteilen.
Feuchtigkeitsspender
Feuchtigkeitsprodukte müssen schnell von der Haut aufgenommen werden. Oft werden Liposome verwendet. Die Partikelgröße dieser Produkte beträgt in der Regel weniger als 200 nm.
Peeling-Produkte und Nagelfeilen
Diese enthalten in der Regel Abrasivstoffe wie gemahlene Aprikosenkerne. Dabei ist eine gröbere Größenverteilung erforderlich, um die abgestorbenen Hautzellen zu entfernen. In empfindlichen Körperregionen, etwa im Gesicht, wird oft eine kleinere Partikelgröße verwendet. Auch bei Nagelfeilen ist die Partikelgrößenverteilung wichtig, da die Größe den Abriebgrad beeinflusst.
Nagellack
Die Partikelgrößenverteilung beeinflusst die Härtungszeit, die Abplatzfestigkeit und die Haltbarkeit des Nagellacks. Sind die Partikel zu groß, erscheinen Defekte im Nagellack, die gemeinhin als Schlieren bezeichnet werden. Bei optimal eingestellten rheologischen Eigenschaften lassen sich die Bürstenstriche sehr gut ausgleichen, wodurch da hochwertiges Erscheinungsbild erzielt wird.
|